OpenSource - was ist das?

Vielleicht benutzen Sie gerade OpenSource-Software, vielleicht haben Sie schon einmal etwas vom GNU gehört - dieses komische Tier, daß immer gelesen werden will.
Nein - es handelt sich eben nicht um ein Tier, sondern um eine Software - GNU ist dabei ein rekursives Akronym* und steht für GNU’s Not Unix.  Innerhalb dieses Projekts wurde ein Lizenzabkommen erarbeitet, die GNU General Public License (GNU GPL).

Eine Lizenz ist das Recht, irgendetwas zu benutzen - je nach Autor und Lizenz mit unterschiedlichen Einschränkungen. Die Firma MicrosoftTM verkauft Ihnen zum Beispiel auch keine Software in diesem Sinne, sondern lediglich das Recht, die Software zubenutzen - dieses Lizenzabkommen wird EULA** genannt.

Und was bedeutet das jetzt?

Kurz und knapp bedeutet es, daß Software, die unter GNU GPL lizensiert ist, frei zugänglich und kostenlos ist, in GNU GPL ist aber auch geregelt, daß zwar die Software kostenlos ist, Sie jedoch für die Erstellung von CDs oder Installationen durchaus Geld bezahlen müssen. Außerdem sind die sog. Quelltexte (Sourcen) öffentlich zugänglich und jeder der kann, darf an den Programmen etwas ändern - die einzige Bedienung ist: er muß es deutlich kennzeichnen und die Benutzer darauf hinweisen.

Welche Vorteile haben Sie dadurch?

Die Vorteile liegen auf der Hand; während Sie bei GoogleTM, MicrosoftTM und anderen nicht wissen, was im Inneren der Software abläuft, Sie nicht nachvollziehen können, ob irgendwo auf der Welt persönliche Daten von Ihnen ohne Ihr Einverständnis gespeichert werden, so ist dies bei OpenSource anders - man kann sich die Programme ansehen und auf diese Sachen untersuchen - nun wird dies nicht Ihr Bestreben sein, denn Sie wollen die Software ja nur nutzen - jedoch gibt es viele andere tausende Nutzer, die die Software genau daraufhin prüfen - und da Sie nur das Endprodukt haben, können Sie davon ausgehen, daß ein Datenmißbrauch nicht stattfindet - dafür sorgen andere.

Gibt es noch weitere Vorteile?

Sicher, denn durch die vielen tausend Programmierer, die alle freiwillig an der Software arbeiten, werden Fehler in der Software schnell gefunden und behoben. Ist eine neue Version im Umlauf und weist einen eklatanten Fehler auf, so wird dieser i.d.R. innerhalb von 24 Stunden behoben - kostenlos und selbstverständlich.

Mit OpenSource-Software sind Sie immer auf dem aktuellsten Stand.

Ein weiterer Vorteil ist - besonders im Bereich Office-Anwendungen (Textver-arbeitung, Tabellenkalkulation, Präsentation, etc.), daß es in dem Sinne keine Konkurrenzdenken gibt.
Nehmen Sie als Beispiel WordTM und ExcelTM der Firma MicrosoftTM: die verschiedenen Versionen (z.B. Word 97®, Word 2000®, Word 2003® und Word 2007®) sind nicht mehr kompatibel zu einander - wenn Sie noch eine ältere Version benutzen (Word 97®) und Sie sich sagen, daß reicht mir, damit kann ich Briefe, Serienbriefe und Umschläge bedrucken, dann ist das auch OK so; nur wenn Sie dann eine Datei von jemanden bekommen, der Word 2007® benutzt, dann können Sie die Datei nicht mehr öffnen und weiterverarbeiten - auf diese Weise hat es MicrosoftTM viele Jahre lang geschafft, immer wieder neue Lizenzen zu verkaufen, nur damit die Benutzer die Dateien anderer bearbeiten können.
Bei OpenSource-Software werden zwar auch neue Formate programmiert - dies aber hauptsächlich um neue Funktionen zu ermöglichen und jeweils mit einem größtmöglichen Maß an Kompatibilität. Auch ein Dokument einer neueren Version können Sie wenigstens noch grundsätzlich lesen - vielleicht bleiben nicht alle Inhalte (Formatierungen, Stile, etc.) erhalten, die Grundinformation (den Text) jedoch erhalten Sie immer.

Weitere tolle Beispiele für Produkte unter GNU GPL finden Sie hier, denken Sie darüber nach - Sie können durch die Verwendung von OpenSource die Welt ein wenig freier machen!
 


*rekursives Akrynom bedeutet: "sich selbst erklärende Abkürzung", d.h. die Abkürzung ist Bestandteil der Erklärung
**Endbenutzerlizenzvereinbarung (englisch:End User License Aggreement = EULA)